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MEET THE ARTIST die neue Reihe in der Galerie Mario Mauroner Contemporary Art Vienna, bringt die ausführliche Möglichkeit zur Begegnung mit KünstlerInnen durch ein anberaumtes Gespräch mit einer Persönlichkeit aus dem Theoriebereich und anschließendem geselligem Ausklang. GLORIA FRIEDMANN war mir in guter Erinnerung geblieben durch ihr "Herrenzimmer" vor gut 10 Jahren im Künstlerhaus bei der Ausstellung "Raum", so wollte ich mir ihren Diskurs mit Dr. Gábor Littasy, der ihren Intensionen auch gehörig auf den Grund ging, anhören. Gloria Friedmann überrascht nicht zuletzt immer wieder durch ihre Offenheit, verbunden mit einem psychologischen Einfühlungsvermögen in ebenso aktuelle wie kritische Situationen. Das bringt sie dann aber nicht mit Theorie überfrachtet zur Sichtbarkeit, sondern geht unmittelbar auf eine Umsetzung zu, die so weit hergeholt manche Objekte auch erscheinen, den Zustand visualisieren können. Sie trifft den Nagel auf den Kopf. Ebenso wie sie damals beim Herrenzimmer gesellschaftliche Situationen ansprach, durch die Porträts von Wirtschaftskapitänen aus aller Welt, verbunden mit Schreibtischen, Empfangsräumen und Hirschgeweihen, so schlägt sie auch Brücken zu jungen Intellektuellen, die glauben so gut zu sein, dass sie auf oder über den Büchern stehen, oder porträtiert ihre liebsten Vorbilder alle gleich, als Büste ohne spezielle Merkmale. Virginia Woolf, Bette Davis, Stanley Kuberik, ecetera, sind einfach da, im Bewußtsein, doch haben sie für jeden anderen Menschen ein etwas differentes Bild, Erinnerungskultur ist etwas persönliches.
Kunst darf Rätsel haben, und ein breites Feld persönlicher Interpretationsmöglichkeiten. Das fesselt mehr, als wenn alles überdeutlich ausgesagt würde. Es läßt nicht los, man wird wieder darauf zurück kommen.
Gloria Freidmann hält sich an keine bestimmte Technik, weit eher an eine Technik der Aussage. Im gleichen Raum, den sie auch zusammen gestellt hat, befinden sich noch Papageienbilder, die aus einem realen Papagei und dessen nach seinem Farbkleid ausgewählten Ambiente als Farbraum für das Bild bestehen. Andererseits verläßt ein Schatten den Raum, welchen Raum, vorwärts zu welchen Ufern, wer verursacht den Schatten denn überhaupt?
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